Geschichte Selbeck
Das „Dorf Selbeck“ ist der am südlichsten gelegene Ortsteil der Stadt Mülheim an der Ruhr und wurde erstmals im Jahr 1170 in einem Schriftstück des Klosters Gerresheim urkundlich erwähnt.
Im 5. Jahrhundert eroberten die Franken das Rheinland. Seligenbeck, so der frühere Ortsname, gilt als uralte fränkische Siedlung. Dieser Ursprung ist auch heute noch in vielen Flur- und Familiennamen abzulesen. Im 6. Jahrhundert rückten dann die heidnischen Sachsen gegen die Franken vor und eroberten das Land bis zur Ruhr. Das sich die Franken mit aller Macht auch durch Wallburgen gegen die Sachsen auflehnten, zeigt zum Beispiel der Straßenname Heidendoren = Tor der Heiden.
Seit 1303 gehörte Selbeck zur Pfarre Mintard. Diese kirchliche Zugehörigkeit blieb bis 1927 bestehen.
Selbeck war über Jahrhunderte von der Landwirtschaft geprägt. Obwohl schon 1844 bekannt war, dass im Selbecker Boden auch Erze schlummern, wurde erstmals im Jahr 1882 über mehrere Schächte das Erz industriell ausgebeutet. Und so wuchs auch Selbeck mit der Bergwerksgesellschaft, die schon 10 Jahre nach ihrer Gründung 570 Menschen einen Arbeitsplatz bot. Die Einwohnerzahl in Selbeck stieg ebenfalls rapide an und so zählte Selbeck im Gründungsjahr der Schützenbruderschaft fast 1100 Seelen.
Allerdings hielt diese Blütezeit nicht sehr lange an. Durch vermehrtes Eindringen von Grubenwasser und anderen Unglücken, wie Grubenbränden, wurde der Abbau der verschiedenen Erze immer mehr erschwert. Und so entschloss man sich, die Grube Ende 1907 zu schließen. Selbeck erhielt seinen idyllischen Charakter, der seit 25 Jahren nicht mehr zu spüren war, zurück.
In dieser Zeit wurde auch die Selbecker Kirche gebaut. Mitte 1890 begann man nach den Plänen des späteren Dombaumeisters von Straßburg, Franz Schmitz, mit ihrem Bau. Es dauerte 2 Jahre und dann wurde die neue Kirche vom Kardinal Philippus Crement konsekriert. Seit dem steht sie unter dem Schutz von zwei Frauen, der heiligen Theresia von Avila als Namenspatronin und der heiligen Barbara als Schutzpatronin der Bergleute.
Im Jahr 1929 wird Selbeck von der Stadt Mülheim eingemeindet und lag danach einige Jahrzehnte verschlafen am Rande einer Großstadt. Ein Grund dafür ist wohl auch in der fehlenden strukturellen Anbindung zu suchen.
Als Ende der 60er Jahre die Bergmannshäuser verkauft wurden und in den 70er und 80er Jahren die Bebauung Selbecks fortschritt, veränderte sich die Dorfstruktur. Zurzeit leben etwa 1500 Personen in Selbeck.